ich weiß nicht was ich machen kann, wenn ich tagsüber erschöpft und reizüberflutet bin und kein kalter Fliesenboden in der Nähe ist, auf den ich mich legen kann
ich ertrage das drückende Gefühl von Kopfhörern an meinen Ohren nicht
ich brauche Dunkelheit und Stille und harten Boden, aber das Umfeld ist laut und ich kann nicht verlangen, dass sie mitten am Tag Rücksicht darauf nehmen
aber ab einem gewissen Punkt halte ich die Geräusche nicht mehr aus und ich werde ganz zittrig
es gibt hier in der Einrichtung einfach keinen ruhigen Ort und manchmal hab ich das Gefühl ich dreh durch
kennt das jemand? was hilft euch?
juni
Hi Juni
Nix zu danken :) freut mich dass du wieder geschrieben hast.
Hä wieso ist das denn zu sehr Kindergarten wenn man sachen aufschreibt wenn man schwer sprechen kann? Mit der Logik bin ich dann definitiv auch Kindergarten... also manchmal check ich echt nicht wenn ich hier so les wie Leute im pädagogischen bereich manchmal arbeiten. Das Konzept es jemandem dems schwer fällt noch schwerer zu machen ist mir zu hoch.
Bei 2 Betreuern hat das mit den Zetteln gut geklappt meintest du? Ich weiß nicht ob du mit der Idee was anfangen kannst aber vielleicht wär noch was mit diesen 2 Betreuern etwas zu vereinbaren um dir das reden leichter zu machen. Dass ihr einen bestimmten Gegenstand benennt von dir und wenn es dir nicht gut geht und du dich mitteilen wollen würdest bringst du den zu ihnen und das ist dann das "Zeichen" dass etwas ist. Also anstatt etwas aufzuschreiben und den Zettel zu geben. Und wenn du es ihnen bringst sollen sie sich Zeit für dich nehmen und mit dir irgendwo ruhiges hingehen und dir fragen stellen damit du ins reden kommen kannst. Ist verständlich was ich mein? Braucht bestimmt auch Mut aber du bleibst ja dran und überwindest dich und vielleicht finden sich so immer neue Wege wie es gehen kann?
LG
Maya
Hallo Juni,
wie schön von dir zu lesen, danke für die Rückmeldung. Manchmal kannst du über deinen Schatten springen und wirst den Ball und dann ist es auch noch gut :) wie toll!
Was macht diese Erfahrung mit dir? Verändert das was?
Liebe Grüße
bke-Betty
hallo
danke für eure Nachrichten Maya und bke Betty, die bedeuten mir richtig viel. Ich hatte gezweifelt, ob es doch nicht gut war das Thema hier zu machen, obwohl ich eigentlich dazu ermutigt wurde. Danke, dass du es wahrgenommen hast Maya. ich war überrascht, weil ich nicht mehr damit gerechnet hatte und es hat mich richtig gefreut.
ich hab das mal gemacht mit dem schreiben, weil ich auch manchmal nicht sprechen kann in so Zuständen. ich hab dann entweder einen kleinen Zettel geschrieben und den hingelegt oder eine Handynotiz gezeigt. bei zwei Betreuern war das auch okay. aber der Einrichtungsleiter hat das dann verboten, als er davon gehört hat, weil das Kindergarten wäre und ich schon sprechen soll, wenn ich etwas will. seitdem mache ich das nur noch ganz selten und nur wenn ich weiß, dass das niemand von den anderen mitbekommt. das Verständnis in der Einrichtung ist nicht so groß, weil die sich auch gar nicht auskennen mit Trauma, weil hier niemand wohnt der so einen Hintergrund hat und die meisten Betreuer das nicht gelernt haben
es gibt jetzt aber seit einiger Zeit die Absprache, dass ich mich ab und zu vor der Dienstzimmertür zeige mit meinem kleinen Ball und ich dann mit der Person die gerade da ist ein bisschen hin und her werfe. das kostet immer ziemlich Mut, besonders bei Betreuern, denen ich gar nicht mehr vertraue. aber ich bin schon ein paar Mal über meinen Schatten gesprungen und es lief richtig gut, weil es so ein spielerischer Kontakt ist und man dabei gar nicht reden muss
juni
Liebe Juni,
ich wollte einmal nachfragen, wie es dir so ergangen ist in der letzten Woche!
Würde mich freuen, von dir zu lesen.
Viele Grüße
bke-Betty
Hallo Juni,
ich glaube, wir beide hatten noch gar nicht das Vergnügen miteinander, oder?
ich bin bke-Betty und freue mich sehr, von dir hier zu lesen.
Und ich bin sehr dankbar, Maya, dass du hier benennst, was passiert ist. Keine Antwort seit dem 27.4. und es macht den Anschein, als würde hier eine ähnliche Richtung eingeschlagen werden, wie das, was dir im offline-Leben passiert - das tut mir unendlich leid und ich bitte um Entschuldigung!
Ich für meine Teil kann sagen: als Fachkraft bin unendlich dankbar, wenn mir jemand im Gewusel des Alltags einen Hinweis oder eine Rückmeldung gibt, wie es ihr geht. Sich den Raum zu nehmen, ist nicht leicht. Das weiß ich. Ich persönlich finde es einfacher, nach Raum zu fragen, statt ihn einfach zu nehmen. Aber vielleicht ist es für dich etwas leichter, danach zu fragen, wenn du weißt, dass ich als Fachperson total dankbar wäre, wenn man mir den Hinweis gibt, dass da Raum gewünscht ist. Und wenn es nur ein kleiner Zettel ist, der unter der Tür hergeschoben wird.
Wir können leider nicht erwarten, dass die Welt uns sieht oder das Menschen sich verändern. Wir können aber unser Verhalten verändern, um vielleicht besser für uns zu sorgen. Wenn Klopfen für dich an der Diensttür keine Option ist, könnte denn die schriftliche Idee von Maya eine Option sein?
Liebe Grüße *legt dir einen Block bunte Zettel hin und Belle bringt einen möglicherweise angesabberten Stift*
bke-Betty
Hi Juni
ich bin nicht sicher ob ich irgendwas hilfreiches schreiben kann... aber ich weiß auch wie es sich anfühlt übersehen zu werden. Und es tut mir sehr leid dass du dich oft so fühlst und als würdest du den Raum nicht verdienen. Und ich find es auch sehr schade dass das hier in deinem thema auch passiert ist.. du hast es verdient gesehen zu werden und du und deine wünsche und Bedürfnisse sind genauso wichtig wie die aller anderen. Du bist kein stressfaktor wenn du etwas brauchst. Die betreuer sind für alle gleich da oder sollten es sein. Schade dass dein Gespräch nichts gebracht hat und die Betreuer so wenig darauf achten dass du nicht untergehst. Die andern um dich rum scheinen so laut ihren Bedarf zu äußern dass du komplett übersehen wirst weil du das nicht tust. Ruhigere Menschen werden leider öfter übersehen, vor allem wenn viele laute Personen um sie rum sind. Würdest du es nochmal versuchen wollen auf die Betreuer zuzugehen? Vielleicht kannst du ihnen auch etwas schriftlich geben falls dir das leichter fallen würde. Und du brauchst dann nicht direkt dabei sein wenn sie es lesen.
Ich wünsch dir heute einen guten Tag und dass du dich heute ein bisschen gesehen fühlst.
LG
Maya
Hallo Claudia,
ich hab allen Mut zusammengenommen und mit einer Betreuerin darüber gesprochen. Sie hat es verstanden, aber es hat sich nichts verändert. Ich glaube am nächsten Tag war alles wieder vergessen.
Ich gehe in dem Trubel genauso unter wie vorher auch. Niemand sieht, wenn es mir schlecht geht und ich glaube es würde niemand merken, wäre ich einfach nicht mehr da..
Ich schaff das nicht wie alle anderen, an die Dienstzimmertür zu klopfen und zu reden und Dinge einzufordern. Ich hab kein Vertrauen, dass es okay ist und ich denke, dass es für alle leichter ist, wenn ich aus ihrem Blickfeld verschwinde, weil sie genug mit allen anderen zu tun haben. Ich hab Angst, nicht mehr als nur ein weiterer Stressfaktor in ihrem Arbeitsalltag zu sein. Denn das bin ich doch, oder? sonst hätten sie mich bestimmt im Blick.. sonst wäre da bestimmt auch irgendwo Platz für mich.
Juni
Hallo Juni,
ich antworte mal hier, da ich dein Xpress gerade gelesen habe.
Du hast ja schon mal geschrieben, dass alles so laut ist und du ruhige Orte suchst und die schwer zu finden sind.
Wenn du selber ruhig bist, wirst du nicht gesehen und hast das Gefühl, du bist allen egal.
Aber du willst nicht laut sein, um gesehen zu werden.
Was könntest du trotzdem tun, um gesehen zu werden, Aufmerksamkeit zu bekommen?
Hilft es an der Tür der Betreuer zu klopfen? Kannst du dann sprechen?
Vielleicht habt ihr anderen User*innen noch eine Idee.
bke-Claudia
danke Tom und Angsthaesin
im Badezimmer ist es leider nicht ruhiger und das darf ich auch nicht blockieren
ich hab mir in-ear noise canceling Kopfhörer gekauft, aber die halten nur ganz wenig ab und in Kombi mit dem Gefühl im Ohr reizt mich das manchmal noch mehr als ohne
die schlimmsten Geräusche sind das Türenknallen und die schweren, schlurfenden Schritte im Flur, wenn der Mitbewohner alle paar Minuten rauchen geht oder in die Küche, immer an meiner Zimmertür vorbei und die klobigen Hausschuhhacken mit jedem Schritt auf den Boden donnern, da zieht sich bei mir alles zusammen
ich hab das Gefühl diese Schlurfeschritte setzen meinen Körper immer in Alarm, es ist ein ganz widerliches Gefühl
diese plötzliche Erschöpfung und der Druck im Kopf, wenn von einem auf den anderen Moment einfach nichts mehr aushaltbar ist und der Körper zu nichts mehr fähig, ich mag das nicht
juni
Ich gehe in der Schule immer auf das Klo wenn ich Ruhe brauche. Hast du schonmal so Ohrstöpsel probiert?
Liebe juni,
danke, dass du dich getraut hast, diesen Thread zu eröffnen und so offen zu teilen, wie es dir in diesen Situationen geht. Reizüberflutung kann unglaublich anstrengend sein – besonders, wenn man keinen Rückzugsort findet und die Umgebung einfach „zu viel“ wird. Dass du spürst, was dir in solchen Momenten helfen könnte (etwas Dunkelheit, Stille, fester Boden), ist schon ein wichtiger Schritt, weil es zeigt, dass du ein gutes Gefühl für deine eigenen Bedürfnisse hast.
Vielleicht haben ja andere hier im Forum ähnliche Erfahrungen gemacht – mit Situationen, in denen alles zu laut, zu hell oder zu voll war. Was hilft euch, wenn ihr merkt, dass euch Reize überfordern? Gibt es kleine Strategien, die ihr auch in schwierigen Umgebungen nutzen könnt?
Lieben Gruß
bke-Tom Sommerwind