ich weiß nicht was ich machen kann, wenn ich tagsüber erschöpft und reizüberflutet bin und kein kalter Fliesenboden in der Nähe ist, auf den ich mich legen kann
ich ertrage das drückende Gefühl von Kopfhörern an meinen Ohren nicht
ich brauche Dunkelheit und Stille und harten Boden, aber das Umfeld ist laut und ich kann nicht verlangen, dass sie mitten am Tag Rücksicht darauf nehmen
aber ab einem gewissen Punkt halte ich die Geräusche nicht mehr aus und ich werde ganz zittrig
es gibt hier in der Einrichtung einfach keinen ruhigen Ort und manchmal hab ich das Gefühl ich dreh durch
kennt das jemand? was hilft euch?
juni
Hallo Juni,
ich antworte mal hier, da ich dein Xpress gerade gelesen habe.
Du hast ja schon mal geschrieben, dass alles so laut ist und du ruhige Orte suchst und die schwer zu finden sind.
Wenn du selber ruhig bist, wirst du nicht gesehen und hast das Gefühl, du bist allen egal.
Aber du willst nicht laut sein, um gesehen zu werden.
Was könntest du trotzdem tun, um gesehen zu werden, Aufmerksamkeit zu bekommen?
Hilft es an der Tür der Betreuer zu klopfen? Kannst du dann sprechen?
Vielleicht habt ihr anderen User*innen noch eine Idee.
bke-Claudia
danke Tom und Angsthaesin
im Badezimmer ist es leider nicht ruhiger und das darf ich auch nicht blockieren
ich hab mir in-ear noise canceling Kopfhörer gekauft, aber die halten nur ganz wenig ab und in Kombi mit dem Gefühl im Ohr reizt mich das manchmal noch mehr als ohne
die schlimmsten Geräusche sind das Türenknallen und die schweren, schlurfenden Schritte im Flur, wenn der Mitbewohner alle paar Minuten rauchen geht oder in die Küche, immer an meiner Zimmertür vorbei und die klobigen Hausschuhhacken mit jedem Schritt auf den Boden donnern, da zieht sich bei mir alles zusammen
ich hab das Gefühl diese Schlurfeschritte setzen meinen Körper immer in Alarm, es ist ein ganz widerliches Gefühl
diese plötzliche Erschöpfung und der Druck im Kopf, wenn von einem auf den anderen Moment einfach nichts mehr aushaltbar ist und der Körper zu nichts mehr fähig, ich mag das nicht
juni
Ich gehe in der Schule immer auf das Klo wenn ich Ruhe brauche. Hast du schonmal so Ohrstöpsel probiert?
Liebe juni,
danke, dass du dich getraut hast, diesen Thread zu eröffnen und so offen zu teilen, wie es dir in diesen Situationen geht. Reizüberflutung kann unglaublich anstrengend sein – besonders, wenn man keinen Rückzugsort findet und die Umgebung einfach „zu viel“ wird. Dass du spürst, was dir in solchen Momenten helfen könnte (etwas Dunkelheit, Stille, fester Boden), ist schon ein wichtiger Schritt, weil es zeigt, dass du ein gutes Gefühl für deine eigenen Bedürfnisse hast.
Vielleicht haben ja andere hier im Forum ähnliche Erfahrungen gemacht – mit Situationen, in denen alles zu laut, zu hell oder zu voll war. Was hilft euch, wenn ihr merkt, dass euch Reize überfordern? Gibt es kleine Strategien, die ihr auch in schwierigen Umgebungen nutzen könnt?
Lieben Gruß
bke-Tom Sommerwind